Künstlerisches Profil
Zwischen Materie und Spiegelung
Seit mehr als drei Jahrzehnten bildet die Malerei die Grundlage meines künstlerischen Schaffens. Im Zentrum stehen Material, Oberfläche, Farbe und die Spuren des Arbeitsprozesses. Seit 2024 erweitert die experimentelle Fotografie diesen Weg: reale Spiegelungen auf Metall und Glas lösen sich vom Gegenstand und werden zu freien Bildräumen aus Licht, Farbe und Bewegung. Malerei und Fotografie erscheinen dabei nicht als getrennte Bereiche, sondern als zwei Wege derselben Suche nach Transformation und Wahrnehmung.
Malerei
Spuren der Materie
Die Malerei von Barbara Hüchtebrock entsteht aus dem unmittelbaren Umgang mit Material. Acrylfarbe und Sand werden auf der Leinwand zu Schichten, Verdichtungen und offenen Feldern. Der Sand gibt der Farbe Widerstand, Körper und eine eigene Topografie.
Die Bilder entwickeln sich durch Auftragen, Überlagern, Abreiben und Freilegen. Linien, Spritzer und Kratzspuren durchziehen die Oberflächen; Farbakzente brechen aus erdigen, steinigen und aschigen Tönen hervor. So entstehen Bildräume, die an Landschaft, Gestein, Verwitterung oder Ablagerungen erinnern können, ohne gegenständlich zu werden.
Im Zentrum steht die Oberfläche als Träger von Zeit und Bewegung. Zufall und Entscheidung greifen ineinander. Bereits hier zeigt sich die Aufmerksamkeit für Struktur, Licht, Farbe und Transformation, die seit 2024 auch die experimentelle Fotografie prägt.
Fotografische Reflexionen
Jenseits der Oberfläche
Die Arbeiten von Barbara Hüchtebrock bewegen sich an der Schnittstelle von Fotografie und Malerei. Was auf den ersten Blick wie informelle oder abstrakte Gemälde erscheint, sind Fotografien realer Spiegelungen auf Metalloberflächen.
Die Künstlerin richtet den Blick nicht auf den Gegenstand selbst, sondern auf dessen Verwandlung. Spiegelungen lösen die sichtbare Realität auf und verdichten sie zu freien Farbflächen, Linien und Rhythmen. Gegenständliches tritt zurück; Farbe, Licht und Komposition werden zum eigentlichen Bildinhalt.
In ihrer Bildsprache stehen die Arbeiten der Tradition der abstrakten und experimentellen Fotografie nahe. Zugleich erinnern sie an das Informel, die lyrische Abstraktion und die Farbfeldmalerei. Ihre malerische Qualität entsteht nicht durch digitale Bearbeitung, sondern aus dem fotografischen Beobachten des realen Lichts.
Die Fotografien widmen sich der Abstraktion von Licht, Farbe und Spiegelung und loten die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei neu aus.
Fotografien aus Licht und Spiegelung
Imaginäre Landschaften
Die Fotografien von Barbara Hüchtebrock entstehen aus realen Spiegelungen auf Metall- und Glasoberflächen. Doch was die Kamera festhält, scheint sich von seinem Ursprung zu lösen: Licht, Farbe und Bewegung verbinden sich zu Bildräumen, die an Horizonte, Wolkenformationen, Wasserflächen oder ferne Landschaften erinnern.
Dabei sind diese Landschaften keine Abbilder konkreter Orte. Sie entstehen erst im Blick des Betrachters. Vertraute Vorstellungen von Himmel, Erde, Weite und Tiefe tauchen auf, verändern sich und verschwinden wieder. Das Reale wird zum Ausgangspunkt für etwas Imaginäres.
Die Spiegelung verwandelt Gegenstände und Umgebung in fließende Farbflächen, Lichtzonen und malerische Strukturen. Fotografie nähert sich dabei der Malerei, ohne ihren fotografischen Ursprung zu verlieren. Die Bilder entstehen aus der Beobachtung des vorhandenen Lichts und der besonderen Beschaffenheit reflektierender Oberflächen.
So bewegen sich die Arbeiten zwischen Wirklichkeit und Vorstellung, zwischen fotografischem Moment und malerischer Landschaft. Sie zeigen keine Orte, die sich benennen lassen – und wirken dennoch, als könnten sie irgendwo existieren.
Biografie
Vita
Künstlerischer Werdegang – von Malerei und Grafik bis zur experimentellen Fotografie.
in Gelsenkirchen-Buer geboren
erste Zeichenstudien in Kohle und Pastell
Besuch des Gymnasiums
Fremdsprachenstudium; begleitend Besuch von Gastvorlesungen im Fachbereich Freie Kunst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf
künstlerische Arbeit in Malerei und Grafik
Erweiterung des künstlerischen Schaffens um experimentelle Fotografie. Es entsteht ein eigenständiger Werkzyklus, der sich der Abstraktion von Licht, Farbe und Spiegelung widmet und die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei neu auslotet.
Kontakt
Barbara Hüchtebrock
Malerei · Experimentelle Fotografie